Gute Frage, nächste Frage

Meine Töchter lieben sich. Oder hassen sich. Kommt ganz drauf an. Entsprechend entspann sich heute folgender Dialog bei uns:

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu dir gesagt habe?

Ich: Mama.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu unserem Hund gesagt habe?

Ich: “Hallo, Jesse”, denn der Hund ist nach dir hier eingezogen.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu Edgar gesagt habe?

Ich: “Hallo Edgar”, denn auch der dicke, schwarze Kater ist nach dir bei uns eingezogen.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu meiner Schwester gesagt habe?

Ich: Keine Ahnung.

Ältere Tochter/Schwester: Hau ab.

Überlege immer noch, ob das “Hau ab” eine Aufforderung war oder tatsächlich die ersten Worte, die die große Schwester von ihrer Schwester in Erinnerung hat.

Doppelt gestraft hält besser

Mein Leben hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem um eins gedreht: Meine Waschmaschine. Die hat vor ein paar Wochen den Geist aufgegeben – und das obwohl sie erst acht Jahre alt war und von einer Firma stammt, die der Mythos der Unzerstörbarkeit bzw. “meine Mutter hatte ihre 25 Jahre” umgibt.

Besonderes Schmankerl an der Waschmaschinen-Geschichte: Der indische Fachmann der deutschen Super-Waschmaschinen-Firma in Dubai kam, sah und sagte: “Kann ich reparieren. Null Problemo!” Angesteckt von seinem Optimismus wartete ich zwei Wochen (“das dauert beim Zoll oft länger bis die Bestellungen freigegeben werden) bei 42 Grad, gefühlten 480 Prozent Luftfeuchtigkeit und schwindenden Kleidungsvorräten (“ich zieh mich mal schnell um, Mama”) auf das Ersatzteil. Sich Gedanken darüber zu machen, wie lange die Schuluniformen der Kinder noch reichen werden, ist mindestens so anstrengend wie Wäschewaschen selber.

Und dann kommt er, der heißersehnte Tag an dem die Maschine repariert werden soll. Die vollen Wäschekörbe warten schon neben der Maschine. Ich auch, den Weichspüler in der Hand sehe ich das Grinsen des indischen Waschmaschinen-Fachmanns ersterben: “Upsi, da ist wohl doch die ganze Trommelaufhängung hin. Das wird teuer. Sehr teuer. So teuer, dass es sich wohl nicht mehr lohnt.”

Nun habe ich eine Waschmaschinen-Leiche im Abstellraum stehen. Die neue Waschmaschine kommt aus Südkorea (da ist die Erwartungshaltung viel niedriger). Morgen zieht sie bei mir ein. Doch was mache ich mit der Leiche? Sperrmüll gibt es in Dubai nicht. Mitnehmen wollte der freundliche Herr vom Service sie auch nicht. Einfach in die Garage stellen? Und dann? Dem Nachbarn in die Garage stellen und so tun als wüsste ich von nichts? Nicht einfach, so eine Waschmaschinenentsorgung. Vor allem wenn man ein paar Wüstentouren hinter sich hat und weiß, wo das ein oder andere nicht Mülltonnen-kompatible Großgerät in Dubai so landet. Nämlich hier:

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Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass die Waschmaschine einfach so gegangen ist….

Der Teufel liegt im Detail

Als Frau in den besten Jahren weiß man dank Funk und Fernsehen, dass man sich fit halten sollte, damit die besten Jahre möglichst lange dauern. So bis 90 wäre schön. Entsprechend treibe ich jeden Tag Sport. Und musste eine fürchterliche Entdeckung machen: Sport nützt nix. Ehrlich. Ich absolviere jeden Morgen ein straffes Trainingsprogramm und das Ergebnis? Nüscht. Keine Muskeln, nicht abgenommen, kein gestählter Körper einer 20j-ährigen. Dabei gebe ich mir so viel Mühe: Weiterlesen

Und plötzlich ist man ganz allein…

So als Mutter ist man ja einiges, aber nie allein. Nicht mal auf dem stillen Örtchen. Zumindest ich nicht. Ich habe nachgezählt, zu Hochzeiten waren wir zu Fünft, wenn ich mal musste: Kind 1, Kind 2, Katze, Hund und ich.

Mag sein, dass andere Mütter es geschafft haben, das stille Örtchen nicht zu einer Art Dorfdisko werden zu lassen, ich habs nicht hingekriegt. Es fing an, als die erste Tochter lernte sich rumzukugeln, plötzlich schien es gefährlich, sie allein irgendwo liegen zu lassen, wenn es pressierte. Also nahm ich sie mit. Als sie krabbeln konnte, krabbelte sie mir entweder von allein hinterher, oder ich nahm sie mit, damit sie nicht wegkrabbelte. Dann kam Tochter Zwei und eins zum anderem. Die begann irgendwann auch zu kugeln und für Tochter Eins war es zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich, dass man als Frau Örtlichkeiten nicht allein aufsucht. Weiterlesen

Ja, aber…

Die ältere Tochter ist keine große Freundin von Sport. Oder von Bewegung im allgemeinen. Das hat sie vom Hund, der liegt auch am liebsten auf dem Sofa – ein amüsiertes Grinsen ziert das Hundemaul – und schaut dem dicken Kater zu, wie er durch den Garten rennt, um vermeintliche Feinde aufzuspüren.

So richtig in Schwung kommt die ältere Tochter eigentlich nur, wenn sie hinter der jüngeren herjagt, um sie im Streit zu hauen. Genau dies geschah am heutigen Nachmittag ausgiebig. Weiterlesen

Wenn die Mutter im Internet Samba tanzt…

Eben habe ich meine Kinder mit dem Video von “Hoch auf dem gelben Wagen” (youtube deklariert es liebevoll als einen “VHS Goldie”) fast zu Tode erschreckt. Die eine hat jetzt ein Postauto- die andere ein Perücken-Sonnenbrillen-Trauma fürs Leben. Bedankt hat sich natürlich wieder niemand.

War kurz versucht, ihnen zur Strafe auch noch “Lass mich in deinem Wald der Oberförster sein” vorzuspielen, habe mich dann aber rechtzeitig eines Besseren besonnen. Wenn da nur eine Nachfrage kommt, was das bedeuten soll, bin ich erledigt. Dafür habe ich ihnen dann Tony Holidays Hitparaden-Auftritt von mit “Tanze Samba mit mir” kredenzt.

Fragt die ältere Tochter: “Mama, ist das ein Mann, eine Frau oder eine Puppe?”

Und ich dachte, bei dem Lied wäre ich in Sicherheit vor den ewigen Nachfragen.

Hoch auf dem gelben Wagen…

So ein Hund ist schon etwas Wunderbares. Er oder in meinem Fall sie liebt einen abgöttisch, mault nie, frisst, was in die Schüssel kommt, man kommt an die frische Luft und für Bewegung ist gesorgt. Und Frauchen weiß alles. Alles! Wer wo neu eingezogen ist, wer Streit mit dem Ehemann hat, wer wann am Abend ins Bett geht, wo eine neue Sofacouch gekauft worden ist und vieles mehr. Ich nenne meine morgend- und abendlichen Spaziergänge durch unsere Nachbarschaft auch gerne meine Patrouillengänge.

Dank dieser Gänge weiß ich zum Beispiel, was eine Leserin der örtlichen Tageszeitung offenbar erst mühevoll lernen musste: Schulbusse sind weniger Segen als man meint.

Was? Wie kann man denn gegen einen Bus-Service sein? Ist doch eigentlich eine prima Sache. Die lieben Kleinen werden morgens vor der Haustür abgeholt, treffen im Bus Schulkameraden und Nachmittags stehen sie wie durch ein Wunder und als wäre nichts gewesen wieder vor der Tür.

Doch mit eben der Haustür fängt es an. Wenn ein Bus für bis zu 30 Kinder jedes Kind daheim abholt, kann man sich vorstellen, wie lange er dafür braucht. Die Leserin der Tageszeitung beklagte sich in einem Brief bitterlich, dass ihre Kinder jeden Tag drei volle Stunden im Bus sitzen würden.

Böse Zungen könnten nun sagen: Ist doch prima, nochmal drei Stunden, die man die Blagen nicht am Hals hat. Das Blöde ist nur, dass man die Brut erst mal in den Bus kriegen muss. Weiterlesen

Stadt der Frauen

„Girls rule“ – Mädchen herrschen/entscheiden/bestimmen oder auch „Mädchen an die Macht“. Dies sagte die neue Klassenlehrerin gestern zu meiner älteren Tochter, als sie ihr die „frohe“ Botschaft überbrachte, in ihrer Klasse seien doppelt so viele Jungs wie Mädchen.

Mmh. Eigentlich bin ich eher für eine ausgewogene Mischung, aber ich kann verstehen, dass die Frau der anstehenden Übermacht der „Jungs“ in ihrer Klasse schon mal vorsorglich begegnen möchte. Als wolle das Schicksal es, dass ich mir über das Thema weitere Gedanken mache, las ich am Abend in der Zeitung über ein ungewöhnliches Dorf hinter den sieben Bergen in Brasilien. Dort nehmen die Bewohner das Motto „Girls rule“ der neuen Klassenlehrerin wörtlich: In dem Dörfchen leben 600 Menschen und fast alle sind weiblichen Geschlechts. Weiterlesen

Telefon-Terror

Ich bin grundsätzlich kein gewalttätiger Mensch, doch gestern wäre ich dem freundlichen Dienstleister von der Telefongesellschaft ganz gerne an die Gurgel gegangen – zum Beispiel mit einem der Kabel aus seinem Köfferchen.

Was den Gewaltausbruch ausgelöst hat? Seine Kollegin aus dem Service-Center. Die hat es sich nicht nehmen lassen, mich im Deutschland-Urlaub sage und schreibe 9 (in Worten NEUN) mal anzurufen, um mich zu fragen, ob sie für den nächsten Tag einen Termin für den kostenlosen Upgrade-Service, der gerade im Wohngebiet durchgeführt werde, mit mir auszumachen könne. Der clevere Leser fragt sich nun natürlich, warum ich denn 9 (in Worten NEUN) mal drangegangen bin? Weil die Dame mit unterdrückter Nummer angerufen hat, natürlich. Sie arbeitet schließlich bei einer High-Tech-Telefongesellschaft und kennt jeden Trick, sich verweigernde Kunden-Schäfchen einzusammeln. Weiterlesen