Sinnvoll, sinnvoller, meine Apps-Ideen

Das neue iPhone ist da – die liebe Frau Vau möchte keins, ich schon. Die Begierde verstärkt wurde durch die SMS eines Elektronikshops am gestrigen Abend: Ich solle mich doch bitte – rechtzeitig – anstellen, man habe ab Freitag um Mitternacht – pünktlich – das neue iPhone im Angebot.

Um Mitternacht in der Mall mit zwei kleinen Kindern bin ich am liebsten – das wäre also nicht das Problem. Auch das Anstellen nicht, zumindest nicht wenn genügend Einheimische in der Schlange sind: Wenn ich meine beiden Mädels in hübsche Kleidchen gewande und jeder in jede Backe ein Dauergrinsen hervorrufendes Bonbon stecke, kann ich gewiss sein, dass ich in null komma nix am Anfang der Schlange bin. Da ist der Emirati an sich gerne höflich, wenn es um Kinder geht.

Das Problem liegt also woanders: Kein Geld fürs neue iPhone. Obwohl, wenn das Ding wirklich so toll und so groß ist, wie es heißt, dann könnte man da doch wunderbar eine App draufladen, mit der man das Telefon in einen Drucker verwandeln kann, der dann Geldscheine ausdruckt. Eine „Geld-Scheiß-App“ sozusagen. Das wär mal eine sinnvolle App. Weiterlesen

Wahrheit oder Wahnsinn?

Eine simple Aussage einer Ärztin erhitzt zur Zeit die Gemüter in den Emiraten: Frauen sollten während “der Tage” keine wichtigen Entscheidungen treffen. Sogar ein genaues Zeitfenster gibt Dr. Maryam Matar an, nämlich zwei Tage vor und die ersten beiden Tage “der Tage” sind für Frauen tabu etwas zu tun, was weitreichende Konsequenzen haben könnte, da sie sich im Zweifelsfall von ihren Hormonen unsittlich bedrängt falsch entscheiden könnten. Weiterlesen

Kein Morgen ohne Sorgen

Der Morgen fing nicht gut an. Verschlafen, Kinder meckern, Stau auf dem Weg zur Schule. Die Laune müsste eigentlich im Keller sein. Ist sie aber nicht, dank der Gratiszeitung, die jeden Morgen vor meiner Haustür liegt. In dieser Zeitung steht allerlei Zeug über Dubai und was hier so passiert drin. Das kann man getrost überspringen und ich bin sicher jeder zweite Leser tut dies auch. Denn wirklich gut wird es erst kurz vor Schluss, wenn man die Leserbriefe erreicht hat.

Diese Leserbriefe sind so voller Emotionen, Schicksale und Unglaublichkeiten, dass man sofort seine eigenen Probleme vergisst. Weiterlesen

Gute Frage, nächste Frage

Meine Töchter lieben sich. Oder hassen sich. Kommt ganz drauf an. Entsprechend entspann sich heute folgender Dialog bei uns:

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu dir gesagt habe?

Ich: Mama.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu unserem Hund gesagt habe?

Ich: “Hallo, Jesse”, denn der Hund ist nach dir hier eingezogen.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu Edgar gesagt habe?

Ich: “Hallo Edgar”, denn auch der dicke, schwarze Kater ist nach dir bei uns eingezogen.

Jüngere Tochter: Mama, was war das erste Wort, das ich zu meiner Schwester gesagt habe?

Ich: Keine Ahnung.

Ältere Tochter/Schwester: Hau ab.

Überlege immer noch, ob das “Hau ab” eine Aufforderung war oder tatsächlich die ersten Worte, die die große Schwester von ihrer Schwester in Erinnerung hat.

Doppelt gestraft hält besser

Mein Leben hat sich in den vergangenen Tagen und Wochen vor allem um eins gedreht: Meine Waschmaschine. Die hat vor ein paar Wochen den Geist aufgegeben – und das obwohl sie erst acht Jahre alt war und von einer Firma stammt, die der Mythos der Unzerstörbarkeit bzw. “meine Mutter hatte ihre 25 Jahre” umgibt.

Besonderes Schmankerl an der Waschmaschinen-Geschichte: Der indische Fachmann der deutschen Super-Waschmaschinen-Firma in Dubai kam, sah und sagte: “Kann ich reparieren. Null Problemo!” Angesteckt von seinem Optimismus wartete ich zwei Wochen (“das dauert beim Zoll oft länger bis die Bestellungen freigegeben werden) bei 42 Grad, gefühlten 480 Prozent Luftfeuchtigkeit und schwindenden Kleidungsvorräten (“ich zieh mich mal schnell um, Mama”) auf das Ersatzteil. Sich Gedanken darüber zu machen, wie lange die Schuluniformen der Kinder noch reichen werden, ist mindestens so anstrengend wie Wäschewaschen selber.

Und dann kommt er, der heißersehnte Tag an dem die Maschine repariert werden soll. Die vollen Wäschekörbe warten schon neben der Maschine. Ich auch, den Weichspüler in der Hand sehe ich das Grinsen des indischen Waschmaschinen-Fachmanns ersterben: “Upsi, da ist wohl doch die ganze Trommelaufhängung hin. Das wird teuer. Sehr teuer. So teuer, dass es sich wohl nicht mehr lohnt.”

Nun habe ich eine Waschmaschinen-Leiche im Abstellraum stehen. Die neue Waschmaschine kommt aus Südkorea (da ist die Erwartungshaltung viel niedriger). Morgen zieht sie bei mir ein. Doch was mache ich mit der Leiche? Sperrmüll gibt es in Dubai nicht. Mitnehmen wollte der freundliche Herr vom Service sie auch nicht. Einfach in die Garage stellen? Und dann? Dem Nachbarn in die Garage stellen und so tun als wüsste ich von nichts? Nicht einfach, so eine Waschmaschinenentsorgung. Vor allem wenn man ein paar Wüstentouren hinter sich hat und weiß, wo das ein oder andere nicht Mülltonnen-kompatible Großgerät in Dubai so landet. Nämlich hier:

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Als wäre es nicht schon schlimm genug, dass die Waschmaschine einfach so gegangen ist….

Der Teufel liegt im Detail

Als Frau in den besten Jahren weiß man dank Funk und Fernsehen, dass man sich fit halten sollte, damit die besten Jahre möglichst lange dauern. So bis 90 wäre schön. Entsprechend treibe ich jeden Tag Sport. Und musste eine fürchterliche Entdeckung machen: Sport nützt nix. Ehrlich. Ich absolviere jeden Morgen ein straffes Trainingsprogramm und das Ergebnis? Nüscht. Keine Muskeln, nicht abgenommen, kein gestählter Körper einer 20j-ährigen. Dabei gebe ich mir so viel Mühe: Weiterlesen

Und plötzlich ist man ganz allein…

So als Mutter ist man ja einiges, aber nie allein. Nicht mal auf dem stillen Örtchen. Zumindest ich nicht. Ich habe nachgezählt, zu Hochzeiten waren wir zu Fünft, wenn ich mal musste: Kind 1, Kind 2, Katze, Hund und ich.

Mag sein, dass andere Mütter es geschafft haben, das stille Örtchen nicht zu einer Art Dorfdisko werden zu lassen, ich habs nicht hingekriegt. Es fing an, als die erste Tochter lernte sich rumzukugeln, plötzlich schien es gefährlich, sie allein irgendwo liegen zu lassen, wenn es pressierte. Also nahm ich sie mit. Als sie krabbeln konnte, krabbelte sie mir entweder von allein hinterher, oder ich nahm sie mit, damit sie nicht wegkrabbelte. Dann kam Tochter Zwei und eins zum anderem. Die begann irgendwann auch zu kugeln und für Tochter Eins war es zu diesem Zeitpunkt selbstverständlich, dass man als Frau Örtlichkeiten nicht allein aufsucht. Weiterlesen

Ja, aber…

Die ältere Tochter ist keine große Freundin von Sport. Oder von Bewegung im allgemeinen. Das hat sie vom Hund, der liegt auch am liebsten auf dem Sofa – ein amüsiertes Grinsen ziert das Hundemaul – und schaut dem dicken Kater zu, wie er durch den Garten rennt, um vermeintliche Feinde aufzuspüren.

So richtig in Schwung kommt die ältere Tochter eigentlich nur, wenn sie hinter der jüngeren herjagt, um sie im Streit zu hauen. Genau dies geschah am heutigen Nachmittag ausgiebig. Weiterlesen

Wenn die Mutter im Internet Samba tanzt…

Eben habe ich meine Kinder mit dem Video von “Hoch auf dem gelben Wagen” (youtube deklariert es liebevoll als einen “VHS Goldie”) fast zu Tode erschreckt. Die eine hat jetzt ein Postauto- die andere ein Perücken-Sonnenbrillen-Trauma fürs Leben. Bedankt hat sich natürlich wieder niemand.

War kurz versucht, ihnen zur Strafe auch noch “Lass mich in deinem Wald der Oberförster sein” vorzuspielen, habe mich dann aber rechtzeitig eines Besseren besonnen. Wenn da nur eine Nachfrage kommt, was das bedeuten soll, bin ich erledigt. Dafür habe ich ihnen dann Tony Holidays Hitparaden-Auftritt von mit “Tanze Samba mit mir” kredenzt.

Fragt die ältere Tochter: “Mama, ist das ein Mann, eine Frau oder eine Puppe?”

Und ich dachte, bei dem Lied wäre ich in Sicherheit vor den ewigen Nachfragen.